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Konzept der Waldkindertagesstätte
Eine Waldkindertagesstätte stellt eine besondere Form des Kindergartens dar, bei der sich Kinder und Erzieherinnen überwiegend im Freien, meist im Wald oder in der Natur, aufhalten. Die natürliche Umgebung eröffnet vielfältige Lern- und Erlebnisräume, wodurch Kinder spielerisch ihre motorischen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten entwickeln. Sie erleben die Jahreszeiten, entdecken Pflanzen und Tiere und werden durch das Spielen mit Naturmaterialien in ihrer Kreativität und Eigenständigkeit gefördert.
Politische Initiativen und Elternbeteiligung
Auch die Zierenberger SPD unterstützt diese Sichtweise und hat bereits vor rund fünf Jahren, im Rahmen der Kommunal- und Bürgermeisterwahl 2021, die Einrichtung einer Wald-Kita als Wahlziel formuliert. Im Jahr 2022 führte die Verwaltung dazu eine Umfrage in der Elternschaft durch, um das Interesse an einer solchen Einrichtung zu ermitteln. Die zentrale Frage war, ob aus Sicht der Elternschaft eine Wald-Kita gewünscht wird. Allerdings war die Rücklaufquote der Umfrage so gering, dass daraus keine richtungsweisende Aussage abgeleitet werden konnte.
Rechtlicher Anspruch und Kapazitäten
Seit 2013 haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung und Förderung in einer Kita, bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater, unabhängig von der Erwerbstätigkeit der Eltern. Die Stadt ist verpflichtet, diesen Anspruch zu erfüllen. Eine reguläre Kita-Gruppe umfasst dabei 20 bis 25 Plätze.
Aktuelle Situation der Kindertagesstätten in Zierenberg
Am 03.01.2023 bezogen vier Gruppen in Zierenberg den neuen Kindergarten am Erlenweg. Die bestehende Kindertagesstätte in der Dörnbergstraße aus dem Jahr 1966 bietet Platz für sechs Gruppen. Hier bestand Renovierungsbedarf, um das Angebot auf den Stand der neuen Einrichtung zu bringen. Bis Januar 2025 wurden die Sanierungsmaßnahmen weitestgehend umgesetzt und aktuell laufen sie auch an den Standorten Burghasungen und Oberelsungen.
Entwicklung des Platzbedarfs und Entscheidungsfindung
Trotz der getroffenen Maßnahmen zeichnete sich im Laufe des Jahres 2023 eine Knappheit an Kita-Plätzen ab, insbesondere in Burghasungen, nachdem eine Sondergenehmigung des Jugendamtes zur Nutzung eines Ausweichraumes auslief. Dadurch rückte das Thema Wald-Kita in den Fokus. Ein Betreiberkonzept schien einen schnellen Lückenschluss zu ermöglichen. Im November 2024 beschloss die Stadtverordnetenversammlung mit knapper Mehrheit und namentlicher Abstimmung, den Weg für eine Wald-Kita zu öffnen. Die SPD stimmte zusammen mit anderen gegen einen übereilten Beschluss, da Bedarf, Standort, Kostenhöhe und Auswirkungen auf bestehende Kita-Angebote ungeklärt waren.
Herausforderungen bei der Bedarfsberechnung
Die genaue Berechnung des Platzbedarfs bei Kindertagesstätten ist komplex. Zwei wesentliche Aspekte spielen dabei eine Rolle:
- Bauliche Voraussetzungen: Es muss ausreichend Raum für die Unterbringung der Kinder vorhanden sein, einschließlich Spiel- und Ruheräumen sowie Freiflächen im Außenbereich. Der Platzbedarf schwankt je nach Geburtenzahlen und Zu- oder Wegzug von Familien.
- Kindliche Entwicklung: Jedes Kind hat ab dem ersten Lebensjahr Anspruch auf Betreuung, unabhängig von seiner Entwicklung. Für Kinder mit besonderem Förderbedarf (Integrationskinder) ist ein erhöhter Betreuungsschlüssel erforderlich, was rechnerisch zu einer Reduzierung der verfügbaren Plätze führt. Die Einstellung zusätzlichen Personals ist meist schwierig, da der Arbeitsmarkt kaum Erzieherinnen und Erzieher bietet und befristete Einstellungen wenig attraktiv sind. Der Bedarf bleibt daher schwankend und schwer prognostizierbar.
Folgen für das Betreibermodell einer Wald-Kita
Auch ein potenzieller Betreiber einer Wald-Kita steht vor denselben Herausforderungen. Aus diesem Grund fordert er eine Beteiligung der Stadt an den Investitionskosten und zudem eine Risikoübernahme für Belegungsschwankungen über einen Zeitraum von zehn Jahren.
